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	<title>Historie &#8211; Fachwerk 1775</title>
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	<title>Historie &#8211; Fachwerk 1775</title>
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		<title>Auf Lehm gebaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fachwerk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 23:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historie]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorbild für die Renovierung des Fachwerks: Die alten Maurer haben mit Lehm und Stroh gearbeitet​.]]></description>
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									<p>Lehm und Stroh – die Maurer am “Fachwerk 1775” in Wellingholzhausen hantierten mit keinen anderen Materialien als die Erbauer des alten Denkmals vor knapp zweieinhalb Jahrhunderten auch. Trotzdem ist es heute ein ungleich komfortableres Arbeiten. Moderne Produkte machen den guten alten Lehm wieder salonfähig.</p><p>Sanierung mit Material wie anno dazumal? Mit “Schmöttke“, wie der Grönegauer so schön sagt? Zugegeben: Mit einer gewissen Portion Skepsis machten sich die Ehrenamtlichen des Heimatvereins Wellingholz-hausen an die Arbeit, die Gefache des alten Wirtschafts-gebäudes am ehemaligen Hotel Möller mit Lehmsteinen auszumauern. Doch bald waren die Handwerker ganz angetan.</p><p>Die luftgetrockneten Steine sind nämlich angenehm leicht. Der Mörtel, der ebenfalls nur aus Lehm, Stroh-schnitzeln und einem Schuss Wasser besteht, ist im Vergleich zum sonst üblichen Kalkzement geradezu sanft zur Haut und gleitet gut von der Kelle. “Und Schutthaufen sucht man hierbei vergebens”, sagt Heinrich Ahringhoff. Der Grund: Hier splittert kein Stein, wenn er mit einem gekonnten Hammerschlag passend geklopft wird. Jeder Rest wird verwertet.</p><p>Mit dem Flechtwerk aus Stroh, Holz und Lehm, wie es noch vor einigen Monaten aus den Gefachen des historischen Gebäudes geschlagen wurde, hat das Arbeiten mit Lehm heutzutage also nichts mehr zu tun. Niemand muss wie früher trockenen, krümeligen Lehm einsumpfen und stundenlang mit Füßen durchkneten. Längst gibt es komfortable Fertigprodukte aus dem authentischen Baumaterial der Vergangenheit. Lehm zeigt dabei Eigenschaften, die alles andere als von gestern sind: “Er bindet Gerüche und Schadstoffe, reguliert die Luft-feuchtigkeit und optimiert damit das spätere Raumklima”, erläutert Alexandra Schmitt vom Baustoffunternehmen “Conluto” im lippischen Blomberg.</p><p>Darüber, dass der Förderkreis “Fachwerk 1775” die Tradition von Lehm wieder aufgreift, freut sich auch die Denkmalbeauftragte der Stadt Melle, Inge Bredemeier. Im Grönegau sei das leider bislang ein Einzelfall. “Viele Bauherren verbinden mit Lehm nur den Gedanken an Dreck im Garten.” Die Diplom-Ingenieurin bedauert, dass die bauphysikalischen und ökologischen Vorteile des alten Baustoffs immer noch verkannt werden. “Dabei bietet es sich gerade bei der Altbausanierung an, dieses natürliche Material zu verwenden. Was alt ist, ist ja nicht gleich schlecht. Im Gegenteil.”</p><p>Auch im Fortgang der Arbeiten wurde am „Fachwerk 1775“ weiter mit und auf Lehm gebaut, bis alle Wände komplett standen. Denn Putz und selbst die heute obligatorische Dämmung gibt es aus Lehm. Bewährtes aus der Vergangenheit gepaart mit den Ideen einer neuen Zeit: Was beim Umbau handfest mit Lehm praktiziert wird, passt gut zu der Philosophie der Begegnungsstätte, die hier entstanden ist. Denn hier können alle Generationen miteinander etwas erleben und voneinander lernen.</p>								</div>
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		<title>Käfersauna</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fachwerk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 23:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historie]]></category>
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					<description><![CDATA[Viel heiße Luft, die den Käfern den Garaus machte: Eine Sauna für das Fachwerk.]]></description>
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					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Viel heiße Luft - Käfersauna hinter silberner Folie</h3>				</div>
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									<p>Das Fachwerk 1775 in silber-weißer Folie verhüllt – Christo in Wellingholzhausen?! Das alte Denkmal am ehemaligen Hotel Möller ist zwar für Kultur aller Art offen, doch Verpackungskünstler waren hier im März 2010 dann doch nicht am Werk. Vielmehr verwandelte sich das Fachwerkhaus im Zuge der Restaurierung in eine „Käfer-Sauna“. Dem gescheckten Nagekäfer, der sich als unerwünschter Untermieter im uralten Gebälk eingenistet hatte, wurde ordentlich eingeheizt.</p><p>Mit viel heißer Luft wurde dem gefräßigen Schädling der Garaus gemacht. Aus einer einfachen Idee machte die Firma IRT aus Lippstadt eine innovative Restaurier-ungstechnik: Das Gebäude wurde so stark aufgeheizt, dass dem Käfer – und nebenbei auch den Pilzsporen des Hausschwamms – die Puste ausging. „Sämtliche Eiweiße werden denaturiert“, nennt das der Fachmann, der mit einem Kammerjäger nichts zu tun hat. Hier wurde ganz ohne Chemie gearbeitet.</p><p>Großer Aufwand für einen kleinen Käfer: Das ganze Gebäude, das immerhin eine stolze Grundfläche von 13 mal 21 Metern vorweisen kann, war mit einer dreilagigen Spezialfolie zugehängt. Die Bahnen waren verschweißt, so dass wirklich jede Ritze dicht war und keine aufgeheizte Luft entweichen konnte. Denn Ziel war es, den Innenraum so stark zu erwärmen, dass im Kern der alten Balken eine Temperatur von 55 Grad Celsius erreicht wurde. „Mindestens eine Stunde lang muss diese Temperatur dort gehalten werden, dann sind alle Schädlinge beseitigt“, erläutert Firmeninhaber Christoph Diers.</p><p>Trotzdem kalkulierte er für die gesamte Maßnahme acht Tage. Denn entscheidend ist es, dass das Gebäude ganz langsam aufgeheizt wurde. Bei einem abrupten Tempera-turanstieg wäre die Gefahr zu groß gewesen, dass das Holz reißt. „Diese kontrollierte Heißluftbehandlung ist schonend für das Objekt. Nur nicht für den Käfer“, sagt Christoph Diers, der mit seiner Firma bundesweit auch schon wertvolle historische Akten trocken gelegt oder alte Altäre vor dem Verfall bewahrt hat.</p><p>Schweißtreibend war die Arbeit in Wellingholzhausen in jedem Fall. Denn damit die Balken auf  55 Grad Celsius Temperatur kommen, kletterte das Thermometer im Innern des Gebäudes auf mehr 70 Grad Celsius. Und die IRT-Mitarbeiter mussten zwischendurch hinein, um die Sensoren zu überprüfen, die wie Bratenthermometer überall zur Kontrolle ins Holz gebohrt waren. Erst als ein hinzu gezogener Sachverständiger grünes Licht gab, konnte die Spezialheizung abgestellt werden.</p><p>Gescheckte Nagekäfer trifft man jetzt höchstens noch da an, wo sie eigentlich hingehören – in trockenem Holz im Beutling zum Beispiel. Als Treffpunkt dient das „Fachwerk 1775“ seitdem anderen.</p>								</div>
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		<title>Wie alles begann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fachwerk]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 00:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historie]]></category>
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					<description><![CDATA[Beginn der Renovierung im Jahr 2008: Im Schatten des "Hotel Möller" liegt das Fachwerk 1775.]]></description>
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									<p>Es ist das älteste Haus im Dorf und war lange vom Verfall und vom Vergessen bedroht. Als „Fachwerk 1775“ (gesprochen: „Siebzehn-Fünfund-siebzig“) rückt das alte Denkmal jetzt im neuen Glanz wieder verstärkt ins öffentliche Interesse.</p><p>Zugegeben: Das alte Fachwerkgemäuer ist auf den ersten Blick nicht Ortsbild prägend. Dazu steht es – wenn auch an zentraler Stelle “Am Ring” hinter der Kirche – etwas zu abseits der Straße. Sein Schicksal war es während der vergangenen rund 150 Jahre, räumlich wie sprichwörtlich im Schatten des imposanten ehemaligen “Hotel Möller” zu stehen, um das sich in der Dorfhistorie manch illustre Geschichte rankt.</p><p>Doch in den Eichenbalken des Denkmals sitzen bis heute die (längst rostigen) Eisenringe, an denen einst König Georg V. von Hannover oder der spätere Generalfeld-marschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg ihre Pferde anbinden ließen. Und in den maroden Ställen grunzten die Schweine, deren Schinken einmal verwöhnten Gaumen vorgesetzt werden sollten. Das üppige Leben in der prächtigen Parkvilla war nicht denkbar ohne das direkt angrenzende Wirtschaftsgebäude.</p><p>Während das alte “Hotel Möller” heute von der Eigentümerfamilie Kalberg und ihren Mietern als privates Wohnhaus genutzt wird, stand das ehemalige Bauernhaus zuletzt viele Jahren leer. Der Zahn der Zeit hatte ihm heftig zugesetzt. Im Sommer 2007 stürzte gar ein Teil des Südgiebels ein. Der Heimatverein Wellingholzhausen beschloss daraufhin, sich des historisch denkwürdigen Hauses anzunehmen.</p><p>Er hat das Vier-Ständer-Gebäude – eines der wenigen, die im Grönegau überhaupt noch anzutreffen sind -angepachtet. Seit dem Frühjahr 2008 wird das Denkmal grundlegend saniert. Zunächst ging es darum, das Dach zu erneuern, den eingestürzten Südgiebel neu zu errichten und das marode Ständerwerk zu restaurieren. Danach wurden die Gefache mit Lehmziegeln ausgemauert und der Innenausbau in Angriff genommen.</p><p>Neben dem Einsatz zahlreicher Fachfirmen aus der Umgebung haben Mitglieder des Heimatvereins die Ärmel aufgekrempelt und tatkräftig bei der Instandsetzung geholfen. Ebenso unermüdlich wurde an der Finanzierung „gezimmert“. Zahlreiche Behörden, Institutionen und Firmen öffneten Fördertöpfe und Spendenportemonnaies, um das große Vorhaben bezahlen zu können. So beteiligen sich unter anderem die Denkmalbehörde, das Amt für Landentwicklung, die Sparkassen-Stiftung, die Niedersächsische Lotto-Stiftung sowie der Ortsrat an den Baukosten.</p><p>“Der reiche Schröder” ging sein kostspieliges Vorhaben vor 150 Jahren gänzlich unbeschwert und ungehemmt an. Denn dem Erbauer des “Hotels Möller”, als Kaufmanns-sohn in  Wellingholzhausen geboren, kam es auf hundert Taler mehr oder weniger nicht an. Georg Anton Schröder hatte, so berichten alte Unterlagen, während seiner Lehrjahre in Hamburg im wahrsten Sinne des Wortes das große Los gezogen: Die Lotterie bescherte ihm ein riesiges Vermögen. Als gemachter Mann kehrte er Mitte des 19. Jahrhunderts in sein  Heimatdorf zurück.</p><p>Den Architekten, der nebenan gerade die neue Kirche errichtete, verpflichtete er alsbald, ihm seine Traumvilla zu bauen. Der Kotten, in dem Schröder geboren war, musste weichen für ein Gebäude, das alle damaligen dörflichen Vorstellungen sprengte: hohe Zimmerfluchten, Seidentapeten und Vertäfelungen, riesige Fenster mit Rundbögen – in Welling sprach man nur von Schröders “Schloss”. “Ich werde ein Haus bauen, das Königen und Fürsten würdig ist”, soll er einmal in weinseliger Runde angekündigt haben. Tatsächlich machte der blinde Welfenkönig Georg V. 1863 hier Rast. Doch das blieb zu Schröders Zeiten einer der wenigen erhofften Glanzpunkte.</p><p>Denn der reiche, aber einsame Schröder hatte sein Vermögen längst verprasst, war krank und hoffnungslos bankrott, als die neuen Eigentümer Petermöller, genannt Möller, hier 1884 ein Hotel eröffneten, dem man heute wohl fünf Sterne verliehen hätte. Oberst von Hindenburg und sein Stab, die sich hier 1894 während der “großen Manövertage” als prominente Gäste einquartiert hatten, dachten allzu gern an ihren Aufenthalt zurück. Als das Regiment im Jahr darauf in Iburg logierte, flatterten launige Zeilen ins Haus: Die hohen Herren hatten gedichtet, und aus jeder Zeile, die in der Heimatchronik abgedruckt ist, kann man herauslesen, dass sie viel lieber in Welling abgestiegen wären…</p><p>Noch bis Ende des ersten Weltkriegs blieb das Anwesen Hotel. Nach dem zweiten Weltkrieg verblasste der Glanz. Erst musste es als Quartier für die englische Besatzung herhalten, später als Erholungsheim für Berliner Kinder und als Flüchtlingsunterkunft. Auch als Altenheim wurde es vorübergehend genutzt. Wenn Wände erzählen könnten, dann wüssten die Villa und das denkmal-geschützte Fachwerk nebenan viel Interessantes zu berichten.</p>								</div>
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